Glossar
Die Begriffe, die in Gesprächen über Konfiguratoren immer wieder fallen — kurz und ohne Fachchinesisch erklärt.
- 2D-Konfigurator
- Stellt das Produkt in der Draufsicht oder als Abfolge von Ansichten dar statt als drehbares Modell. Lädt schneller und ist für flächige Produkte wie Böden, Zuschnitte oder Grundrisse oft genauer bedienbar.
- Ambient Occlusion
- Verschattung an Stellen, an die wenig Umgebungslicht dringt — in Ecken, Fugen und dort, wo Teile aneinanderstoßen. Macht ein 3D-Modell plastischer, ohne dass jede Lampe einzeln berechnet werden muss.
- Ankerpunkt
- Festgelegte Stelle an einem Bauteil, an der ein anderes andockt. Über Ankerpunkte weiß der Konfigurator, wo eine Tischplatte auf dem Gestell sitzt oder wo ein Regalboden eingehängt wird — auch wenn sich Maße ändern.
- API
- Schnittstelle, über die zwei Programme Daten austauschen. Ein Konfigurator nutzt APIs etwa, um Preise aus dem ERP zu lesen oder eine fertige Bestellung an den Shop zu übergeben.
- Augmented Reality (AR)
- Blendet ein digitales Objekt in das Kamerabild des Telefons ein. Damit lässt sich ein konfiguriertes Produkt maßstabsgetreu in den eigenen Raum stellen, bevor es bestellt wird.
- Backend
- Der Teil einer Anwendung, der auf dem Server läuft: Datenhaltung, Preisberechnung, Schnittstellen. Der Besucher sieht ihn nicht, merkt aber sofort, wenn er fehlt.
- CAD
- Computer-Aided Design — die Konstruktionsdaten aus der Entwicklung. Sie sind maßgenau, aber meist viel zu detailliert für den Browser und werden deshalb vereinfacht, bevor sie im Konfigurator landen.
- CPQ
- Configure, Price, Quote: Produkt zusammenstellen, Preis berechnen, Angebot erzeugen. Beschreibt Konfiguratoren, die im B2B-Vertrieb statt eines Warenkorbs ein fertiges Angebot liefern.
- Draw Call
- Ein einzelner Zeichenauftrag an die Grafikkarte. Je mehr davon pro Bild anfallen, desto eher ruckelt die Darstellung — deshalb werden Teile gleichen Materials oft zusammengefasst.
- Echtzeit-Rendering
- Das Bild wird während der Bedienung laufend neu berechnet, typischerweise 30- bis 60-mal pro Sekunde. Nur so reagiert ein 3D-Konfigurator sofort auf Drehen, Zoomen und jede Änderung.
- ERP
- Enterprise Resource Planning — das System, in dem ein Unternehmen Aufträge, Lager, Preise und Produktion verwaltet. Eine Anbindung sorgt dafür, dass aus der Konfiguration direkt ein Auftrag wird.
- Frontend
- Alles, was im Browser läuft und der Besucher sieht und bedient: Oberfläche, 3D-Ansicht, Auswahlfelder. Das Gegenstück zum Backend.
- glTF / GLB
- Offenes Dateiformat für 3D-Modelle im Web, oft als das JPEG für 3D bezeichnet. GLB ist die Variante, die Geometrie, Materialien und Texturen in einer einzigen Datei bündelt.
- Level of Detail (LOD)
- Ein Modell liegt in mehreren Detailstufen vor. Aus der Entfernung wird die einfache gezeigt, aus der Nähe die feine — das spart Rechenleistung, ohne dass es sichtbar wird.
- Mesh
- Das Gittergerüst eines 3D-Modells aus Punkten, Kanten und Flächen. Materialien und Texturen werden darauf gelegt wie ein Bezug auf ein Möbelstück.
- Normal Map
- Bildtextur, die feine Oberflächendetails wie Maserung, Nähte oder Riffelung vortäuscht, ohne dass dafür zusätzliche Geometrie nötig ist. Spart Polygone und damit Ladezeit.
- PBR
- Physically Based Rendering: Materialien werden über physikalische Eigenschaften wie Rauheit und Metallanteil beschrieben. Dadurch sehen Holz, Stoff und Metall unter jedem Licht glaubwürdig aus.
- PIM
- Product Information Management — die zentrale Datenbank für Produktdaten wie Texte, Maße, Varianten und Bilder. Ein Konfigurator kann seine Optionen direkt von dort beziehen.
- Polygon
- Eine einzelne Fläche eines 3D-Modells, meist ein Dreieck. Die Anzahl der Polygone bestimmt wesentlich, wie schnell ein Modell lädt und wie flüssig es läuft.
- Produktkonfigurator
- Anwendung, mit der Kunden ein Produkt aus Optionen selbst zusammenstellen. Ein Regelwerk stellt sicher, dass nur baubare Kombinationen entstehen; Preis und Darstellung passen sich sofort an.
- Regelwerk
- Die Sammlung aller Bedingungen, welche Optionen zusammenpassen und welche sich ausschließen. Es ist der unsichtbare Kern eines Konfigurators und entscheidet darüber, ob jede Bestellung auch gefertigt werden kann.
- Rendering
- Die Berechnung eines Bildes aus einem 3D-Modell, seinen Materialien und dem Licht. Im Konfigurator geschieht das in Echtzeit, bei Produktfotos oft vorab und in höchster Qualität.
- Shader
- Kleines Programm, das auf der Grafikkarte läuft und berechnet, wie eine Oberfläche aussieht — Farbe, Glanz, Transparenz. Eigene Shader erlauben Effekte, die Standardmaterialien nicht können.
- Shopify
- Verbreitetes Shopsystem als Mietlösung. Ein Konfigurator lässt sich einbetten und legt die fertige Konfiguration samt Preis direkt in den Warenkorb.
- Shopware
- Im deutschsprachigen Raum verbreitetes Shopsystem. Ein Konfigurator wird dort meist als Erweiterung eingebunden und übergibt Variante und Preis an den Warenkorb.
- Stückliste
- Auf Englisch Bill of Materials (BOM): die Aufstellung aller Teile, aus denen ein konfiguriertes Produkt besteht. Sie ist die Brücke zwischen Konfiguration und Fertigung.
- Textur
- Bild, das auf die Oberfläche eines 3D-Modells gelegt wird — etwa eine Holzmaserung oder ein Stoffmuster. Größe und Format der Texturen bestimmen einen Großteil der Ladezeit.
- three.js
- Verbreitete JavaScript-Bibliothek, mit der sich 3D-Szenen im Browser darstellen lassen. Grundlage vieler Web-Konfiguratoren, auch unserer.
- UI
- User Interface — die sichtbare Bedienoberfläche mit Knöpfen, Auswahlfeldern und Anzeigen. Bei Konfiguratoren entscheidet sie darüber, ob hunderte Optionen verständlich bleiben.
- UV-Mapping
- Legt fest, wie eine flache Textur auf die gekrümmte Oberfläche eines Modells abgewickelt wird — vergleichbar mit dem Schnittmuster eines Kleidungsstücks.
- UX
- User Experience — das Gesamterlebnis der Bedienung: ob man findet, was man sucht, versteht, was passiert, und am Ende ohne Umweg bestellt.
- Variante
- Eine konkrete Ausprägung eines Produkts, etwa eine bestimmte Kombination aus Maß, Farbe und Material. Schon wenige Optionen ergeben schnell tausende Varianten.
- Vertex
- Ein einzelner Eckpunkt im Raum. Mehrere Vertices bilden zusammen die Polygone eines Modells.
- WebGL
- Grafikschnittstelle der Browser, über die 3D-Inhalte ohne Plugin die Grafikkarte nutzen. Läuft heute auf praktisch jedem Rechner und Telefon.
- WebGPU
- Nachfolger von WebGL mit direkterem Zugriff auf moderne Grafikkarten. Ermöglicht aufwendigere Darstellung bei weniger Last, ist aber noch nicht auf allen Geräten verfügbar.
- WooCommerce
- Shop-Erweiterung für WordPress. Auch hier kann ein Konfigurator Konfiguration, Preis und Variante direkt an den Warenkorb übergeben.